Dienstag, 21. April 2026
Vom Verschwinden des Weinbauchs und der Ankunft im Unus Mundus
Ein Jahr. Wenn man bedenkt, wie viel in 365 Tagen passieren kann, wirkt die Zeit oft wie ein ungeduldiger, aber weiser Bildhauer. Mein letztes Jahr war genau das – ein Bildhauerprozess, der erstaunlicherweise ganz pragmatisch und hemdsärmelig begann: mit der bewussten Entscheidung, mich von meinem Weinbauch zu verabschieden. Es war zunächst ein rein physisches Loslassen, das Abtragen von altem, physischem Ballast. Doch wie das bei einem echten Handwerk so ist, zieht die Veränderung der äußeren Form unweigerlich eine Transformation der inneren Struktur nach sich.
Mit dem physischen Gewicht verflüchtigte sich auch nach und nach die Schwere meines alten Egos. An die Stelle von Erwartungen, Stress und emotionalen Abhängigkeiten trat eine neue, unerschütterliche innere Ruhe. Ich begann, voll und ganz im Jetzt zu leben. Es ist jener faszinierende Zustand, in dem nicht mehr das Ergebnis zählt, sondern die Liebe zum bewussten Tun selbst die größte Belohnung ist. Das Welttheater um mich herum wurde plötzlich greifbarer, beobachtet durch jene Linse der Ganzheit, in der sich alle Farben zu einem tiefen, klaren Gesamtbild vermischen.
Diese Reise, die so weltlich und profan an meinem eigenen Körper begann, gipfelte schließlich in etwas, das ich nur als mystische Vereinigung mit dem Unus Mundus beschreiben kann – dem tiefen Erleben einer einheitlichen, ungeteilten Weltwirklichkeit. Heute stehe ich hier, fühle mich wie neugeboren und brauche keinen Panzer mehr, um mich zu schützen. Ich bin einfach da: Ein inspirierender Mitspieler im Welttheater, der mit Humor und Leichtigkeit auf die Bühne tritt.
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